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Das Kranke Kind

Also wenn ich ganz von Anfang erzähle dann fängt meine Geschichte so an. Ich habe am 23.Juni 1985 um ca. 22 Uhr 55 im Wilhelminen Spital den ersten Laut von mir gegeben. Wiener Blut fließt durch meine Adern.

Im November 1992 begann der schwerste Weg meines Lebens als ich ins Spital kam. Am 8.November 1992 dann, diagnostizierten die Ärzte bei mir Krebs, genauer Gehirntumor mit 45% Überlebenschance. Bin dann noch am selben Tag in die Neurochirurgie im AKH Wien gekommen. Habe dadurch ich zusätzlich Privat Kranken versichert war für den 10.November einen OP Termin bekommen. Das interessanteste geschah aber am 9.November so am Nachmittag weil da kam so ein Doktor der eben für die Formularritäten zuständig war und mich dann auch mit operierte, ich weiß sogar noch das er Matula hieß. Er wollte mir dann erklären was ich da im Kopf habe und was sie dann machen würden. Aber er ist soweit gar nicht gekommen, weil ich zufällig 1 Woche zuvor im Fernsehen (Stern TV mit dem Jauch) eine solche Operation gesehen habe. Der Satz ist mir noch heute in Erinnerung. "Ich weiß eh was sie da machen, Sie kummen mit der Black und Decker (ne Säge) schneiden mir den Kopf auf und holen da was raus". Der Arzt ist dort verfallen. Er hat nachher zu meinen Eltern gesagt dass er so was noch nie erlebt hat.

Am nächsten Tag wurde ich dann Operiert von Dr. W. Koos der einen Korifäre auf dem Gebiet. Nach der Operation bin ich dann in Therapie auf die Kinderklinik gekommen. Und hab bis jetzt dort das schmerzhafteste Erlebnis (naja aus damaliger Sichtweise) in meinen Leben gehabt, 42 Klammern in meinen Kopf, 2 Plastik Zangen zum Klammern entfernen und meinen Arzt Dr. Huber. Und das lief dann so ab das meine Klammern schon ein wenig eingewachsen waren und nach den ersten 10 die erste Zange hops ging. Habe dort sicher einen Rekord in brüllen aufgestellt, und mein Doc hat nachher ausgesehen wie nach nen Marathonlauf weil die scheiß Dinger so schwer raus gingen.

Mal ein zwischen Wort! Wenn ich wenn danken kann das ich heute noch Lebe dann sind das genau 6 Personen, Dr. Koos (Chirurg), Dr. Huber der mich betreut hat, Prof. Dr. Pillwein, einen Amerikanischen Arzt der eine Studie herausgebracht hat das Coca Cola gegen Krebs hilft, meiner Ur Oma und meine Opa (sind beide verstorben in der Zeit wo ich so krank war und an die letzten Worte was beide unabhängig voneinander sagten, "sie sterben damit ich Leben kann"http://blogmag.de/ap/smilies/wink2.gif Muss man mal verstehen in einem alter von 7 Jahren. Und erschwerend kam noch dazu das mein Vater mit der Firma in Konkurs gegangen ist. Meine Einstellung zum Tot hat sich in der Zeit sehr geprägt. Es ist ganz normal. In der Zeit wie ich auf die Kinderklinik kam, sind 12 Kinder mit mir da gewesen, und von den 12 Lebe ich und noch ein Mädchen.

Ich habe während der Therapie nebenbei sogar die Schule weitergemacht und somit auch kein Jahr verloren. Und nach 6 Monaten Chemotherapie und 3 Monaten Strahlen Therapie und einer Versuchskaninchen Spritze die mich fast gekillt hätte. War ich dann "geheilt vom Krebs". Im Großen und Ganzen bin ich gut davon gekommen, habe halt durch die Chemo ein bisschen schütteres Haar, und durch den Tumor damals ein bisschen schiefes Gesicht. Aber wer hätte das gedacht Silvester Stalone hat auch ein schiefes Gesicht also stört mich das nicht. Wenn ich so an die Zeit zurück denke, hat mich das sehr geformt.

Man geht mit dem Leben anders um, man sieht den Tot anders, man wird Hart und irgendwie Eiskalt sonst übersteht man das nicht. Man macht gute und schlechte Erfahrungen und wird bis an die erträgliche Schmerzgrenze gebracht. Ich habe da 2 Erfahrungen gemacht die mir bis ins Grab folgen. Hab damals mit nen 13 oder 14 Girl (ich 7 1/2) auf der Station Freundschaft geschlossen und 10 Tage bevor sie starb hatte sie mir einen Freundschaftsring geschenkt, wie wenn sie gewusst hätte das sie abtritt.

Das andere war als ich ne Spritze bekommen sollt, mich haben 7 Leute mit Mühe und Not festgehalten das mir der Arzt die Spritze hat geben können. Ist schon ein Wahnsinn was ein Mensch unter nen Adrenalin Schub alles leisten kann. Mein Markenzeichen damals war, das ich 24/7, 3 Jahre lang nur mein Kappie getragen habe. Ich war auch der erste der zur Erstkommunion ausgesehen hat wie ein Papst. *hihi* Interessant war auch das ich so oft als Mädchen verwechselt wurde da ich so zierlich war. *gg* Aber ein Echter Wiener geht nicht unter!!! Die 4 Volkschulklasse habe ich wieder fast ganz normal besucht, also habe ich nicht einmal ein Schuljahr verloren durch meine Krankheit.




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